Nichts dazugelernt

Juncker habe den »Rüpel Trump gezähmt« wissen Organe der Mainstreammedien über die Verhandlung zu berichten, die Trump mit Juncker am geführt hat. Dank seiner lebe Europa wieder, er habe es »reanimiert«. Andernorts sieht man das deutlich anders. Der eine sieht seine nationalen Interessen bedroht, ein anderer schätzt die Aussicht auf bilateralen Verhandlungen nicht und ein dritter hält nichts von den Ergebnissen: »Simply put, the EU offered what it was already going to do. And in exchange, the U.S. agreed not to do what it hasn’t done yet«.1. Allenfalls perspektivisch ist eine Arbeitsgruppe vereinbart, die sich mit dem vollständigen Abbau der Zölle befassen soll – eine Idee, die Trump schon anlässlich des letzten G7-Gipfels geäußert hatte.

Dessen ungeachtet zeigen die Reaktionen der deutschsprachigen MSM, dass sie Trumps Vorgehen immer noch nicht verstanden haben oder aber gar nicht verstehen wollen. Er betreibt internationale Verhandlungen in ähnlicher Weise wie die Tarifvertragsparteien bei uns ihre Tarifverhandlungen betreiben: Die Gewerkschaft fordert 8 Prozent, alles darunter werde mit einem Generalstreik beantwortet, und die Unternehmerseite bietet 2 Prozent an, weil bei höheren Abschlüssen zwangsläufig Leute entlassen werden müssten. Und jeder weiß diese Aussagen richtig zu deuten. Trump hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass seine Strafzölle, ob nur angedroht oder schon umgesetzt, nur dazu dienen sollen, Verhandlungen zu erzwingen, deren Ergebnisse, wie er meint, »fair und gerecht« sein sollen.


  1. „Trump and Juncker: The art of the no-deal“. Politico – European Edition. 2018-08-13.
    zurück