Vorgehensweise

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Unter kritisch-rationalem Ansatz verstehe folgende methodische Vorgehensweise.

Bei den als „Analyse“ gekennzeichneten Beiträgen gehe ich wie folgt vor:

  • Überprüfung, ob es sich überhaupt um eine Analyse und nicht doch „nur“ um ein Plädoyer1 handelt
  • Überprüfung der Tatsachenbehauptungen anhand verlässlicher Quellen auf objektivierbare Verlässlichkeit, d.h. Entlarvung von „fake facts“ durch
    • wissenschaftliche Quellenbelege
    • amtliche Statistiken
    • unbestrittene Beiträge im Internet
  • Überprüfung der angewendeten (proto-) wissenschaftlichen Theorien, d.h. Entlarvung von „bad theories“
  • Überprüfung der sprachlichen Qualität der Aussagen, d.h. Entlarvung von „misleading language“ hinsichtlich
    • ihres logischen Spielraumes: sind sie präzise oder lassen sie (erhebliche) Interpretationsmöglichkeiten?
    • ihres Informationsgehaltes: handelt es sich um Trivialitäten, die jeder sowieso weiß, oder stellen sie eine echte Überraschung = Neuigkeit dar?
    • ihrer Konnotationen: was suggerieren sie implizit über die (vermeintliche) Kernaussage hinaus, ohne dies explizit deutlich zu machen?

     

Bei den als „Kommentar“, „Kurzkommentar“ oder „Position“ gekennzeichneten Beiträgen, kurzum bei bewertenden, urteilenden Aussagen kommen zur Anwendung:

  • das Prinzip der Aufklärung: „Wage es, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“, wohlgemerkt: des normativ unverseuchten analytischen Verstandes (!) und nicht der wertebelasteten vorurteilenden „Vernunft“,
  • die Erfahrung, dass hinter den meisten Handlungen eine Absicht steckt, und dass Äußerungen über die eigenen Handlungsmotive vor allem zu deren Verwirklichung beitragen sollen, also gerne einmal die wirklichen Motive verbergen oder sogar in die Irre führen; allerdings lassen sich spontan-unbeabsichtigte Dämlichkeiten nicht von vornherein ausschließen,
  • die Erfahrung „kein Rauch ohne Feuer“ aber häufig auch „viel Feuer und dennoch kein Rauch“,
  • die Erfahrung, dass alle Verkäufer im Kopf des Käufers denkend argumentieren,
  • die Erkenntnis, dass jeder „Agent“ außer den Interessen seines/seiner „Klienten“ auch seine eigenen vertritt und beide häufig nicht miteinander kompatibel sind2.

 

Bei der kritisch-analytischen Bewertung von Aussagen, die das Kriterium „Verschwörungstheorie“ erfüllen, folge ich den tatortbewährten Fährten:

  • cui bono?
  • Cherchez la femme!
  • Die Spur des Geldes … …

 


  1. Während in einer Analyse alle einschlägigen Argumente überprüft werden, führt ein Plädoyer nur die Argumente auf, die die finale Schlussfolgerung stützen. Juristische Gutachten stellen regelmäßig Plädoyers dar und sind deshalb mit dem gebotenen intellektuellen Abstand zur Kenntnis zu nehmen.
  2. siehe Artikel Prinzipal-Agent-Theorie in Wikipedia.